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Okt
16

Es war kein Sprung in die Freiheit: Der Übergang von der staatlich gelenkten zur staatsfreien Presse deutete sich in der DDR schon vor dem Fall der Mauer an. Viele ostdeutsche Journalisten wollten das freie Wort – und mussten dann mühsam lernen, wie man Pressefreiheit, Publikumswünsche und Medienökonomie zusammenbringt.

Seit 1993 beobachteten Medienwissenschaftler des Lehrstuhls Journalistik an der Universität Leipzig, ob und wie sich die Berufsrolle der Journalisten unter dem Leitbild der Pressefreiheit und dem Zwang des Marktes veränderte, wie ein neuer Typ des Konformismus entstand und wie die regionalen Monopolzeitungen publizistischen Mainstream erzeugten. Sie registrierten aber auch die vielen Versuche und Ansätze zu einer unverblümt-offenen Publizistik.

Der aktuelle Band “Wie die Medien zur Freiheit kamen” – herausgegeben von Michael Haller und Lutz Mükke – gibt wissenschaftlich gesicherte Antworten auf die Frage nach Mentalitäten, Normen und Regeln, die den gesellschaftlichen Diskurs Ostdeutschlands prägen.

Miriam Schönbach steuerte dazu den Aufsatz »Wir berichten für Ostdeutsche, nicht über sie« bei, der den Erfolg der Zeitschrift Super-Illu untersucht. Der Beitrag basiert auf einer umfassenden Untersuchung für die Jahre 1990 bis 2002, in deren Mittelpunkt das Wechselspiel von Publikum, Medienbotschaft und Redaktion steht.

“Wie die Medien zur Freiheit kamen” erscheint voraussichtlich am 15. November 2010 im Verlag Herbert von Halem.

Michael Haller / Lutz Mükke (Hrsg.) Wie die Medien zur Freiheit kamen. Zum Wandel der ostdeutschen Medienlandschaft seit dem Untergang der DDR. 2010, Broschur, 213 x 142 mm, dt., 24.00 Euro

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